Ein Museum für einen Beruf

Geschrieben von:Marina Palm am . Veröffentlicht in Aktuelles

Schmieden begreifen

Solingen, Gesenkschmiede – ein Museum, unsere Klasse!

Wir waren gespannt, was uns beim Besuch in diesem Museum, das wir als Technikklasse am Ende des Schuljahres besuchen sollten, erwarten würde.

Erst einmal ein netter Mensch, der uns herum führte, uns alles zeigte und den gut zu merkenden Namen Martin Mohn hatte.

Wir betraten die Gesenkschmiede Henrichs, die früher Scheren produziert hatte.

Im ersten Raum waren wir beeindruckt von einer Wand mit hunderten von Messerklingen und einer anderen mit Scheren. Die Frage, warum man Solingen auch die Klingenstadt nennt, war leicht zu beantworten.

Wir erfuhren, dass in dieser Fabrik früher einmal nicht nur Scheren, sondern auch Ersatzteile für Maschinen und im ersten Weltkrieg sogar Teile der Ausrüstung von Pferden hergestellt worden sind.

Die jetzt zum Museum umgebaute Gesenkschmiede gibt es seit 1886.

In den nächsten Räumen konnten wir sehen, wie Kessel geheizt wurden, wie der entstehende Druck Maschinen angetrieben hat, wie die Kreisbewegung in eine Auf- und Abbewegung umgewandelt wurde, damit man schmieden konnte. Wir konnten auch eigenartige Dinge sehen, wie dass der frühere Besitzer der Schmiede in den Toiletten die halben Türen entfernt hatte, damit sich seine Arbeiter dort nicht zu lange aufhielten, dass die Fenster im Umkleideraum vergittert waren, weil die Arbeiter früher gerne einmal statt in die Schmiede in das gegenüber gelegene Gasthaus gingen.

Dann konnten wir die Maschinen in Betrieb sehen. Sie funktionieren auch heute noch einwandfrei.

Um eine Schere zu produzieren, musste man zuerst das Metall schneiden, dann wurde es rotglühend erhitzt. Nun konnte es geschmiedet werden. Dazu hatte man vorher Formen vorbereitet, in die das heißt Metall gelegt wurde. Jetzt kam von oben der Schmiedehammer und presste das weiche Metall in die Form. Die Scherenteile wurden dann mit Wasser abgekühlt. Das überschüssige Metall wurde entfernt und die Scherenrohlinge kamen zur weiteren Verarbeitung zu Menschen, die sie in Heimarbeit montierten.

Das Tollste an unserem Besuch war, dass ich selber eine halbe Schere machen durfte!

Selcuk Temur

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Marina Palm

Marina Palm

Marina Palm unterichtet seit 2004 an der Gesamtschule Else Lasker-Schüler Deutsch, Kunst, praktische Philosophie und Gesellschaftslehre in der Sekundarstufe I und II . Seit 2008 ist sie Studien- und Berufswahlkoordinatorin. Im Rahmen ihrer Arbeit als Berufswahlkoordinatorin ist Sie auch Mitglied im Verein Kurs 21 e.V.

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